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Vitamin E (Tocopherol)



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Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von (bis heute) acht fettlöslichen Substanzen mit antioxidativen und nicht-antioxidativen Wirkungen. Vitamin E ist Bestandteil aller Membranen tierischer Zellen, wird jedoch nur von photosynthetisch aktiven Organismen wie Pflanzen und Cyanobakterien gebildet. Vier der acht bekannten Vitamin E-Formen werden Tocopherole genannt [abgeleitet von den altgriechischen Wörtern: τόκος/tókos „Geburt“ und φέρειν/phérein „tragen“, „bringen“]. Die anderen bisher bekannten vier Formen von Vitamin E werden Tocotrienole genannt. Häufig wird der Begriff Vitamin E „fälschlicherweise“ allein für α-Tocopherol, die aktivste Form aller Vitamin E-Formen, verwendet.

Der Mensch resorbiert Vitamin E im Dünndarm, wobei dies an die Fettverdauung gekoppelt ist. Im Durchschnitt werden nur 30 % der Aufnahmen verwertet, dabei beeinflusst die Art der aufgenommenen Fette die Resorption. Bekannt, ist dass mehrfach ungesättigte Fette die Aufnahme hemmen. Dazu gehören z.B. die Linolsäure, alpha-Linolensäure, omega-3- und omega-6-Fettsäuren. Der Bedarf an Vitamin E ist daher an ihre Aufnahme gekoppelt. Vom Dünndarm aus wird Vitamin E in den Körper transportiert und ist in fast allen Körpergeweben zu finden. Es ist u.a. ein wichtiger Bestandteil der Zellen, die es als Antioxidans vor Lipidperoxidation (siehe unten) schützt.

Funktion von Vitamin E im Körper

Unter anderem ist Vitamin E an Wundheilung, Waffe gegen Herpes simplex und Gürtelrose beteiligt. Vitamin E schützt vor Gefäßerkrankungen, Vitamin E hilft den Cholesterinspiegel unter Kontrolle zu halten
Vitamin E ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt, bis heute sind nicht alle Funktionen geklärt. Die wichtigste Aufgabe ist, als Antioxidans vor Oxidantien zu schützen. Aus der Umwelt und der Nahrung sowie im Lauf des Stoffwechsels werden sogenannte freie Radikale und Sauerstoffradikale aufgenommen bzw. im Körper durch Oxidationsprozesse gebildet. Sind solche Radikale übermäßig vorhanden, können sie schädliche Prozesse im Körper auslösen, z.B. Altersprozesse beschleunigen und zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Die Anzahl der Radikale kann mit Hilfe von Antioxidantien, die als Radikalfänger agieren, wirksam begrenzt werden. Speziell Vitamin E kann im Rahmen des Fettstoffwechsels Membranfette, Fettproteine und Depotfette vor dem Abbau durch Lipidperoxidation (Oxidation von Fetten, "Ranzigwerden") schützen. Zusammen mit anderen antioxidanten Nährstoffen, z.B. Vitamin C, A, ß-Carotin, Selen und Glutathion, entstehen sich gegenseitig unterstützende Wirkungen. Vitamin E ist weiter am Stoffwechsel von Eiweiß beteiligt, schützt die Zellmembranen, verringert die Zusammenballung von Blutplättchen, übernimmt Funktionen im neuromuskulären System und ist an der Immunabwehr beteiligt.

Die Hauptlieferanten von Vitamin E

Am meisten Vitamin E liefern pflanzliche Öle, besonders Weizenkeim-, Sonnenblumen-, Erdnuss- , Soja- und Olivenöl, die es vor Oxidation - sprich Ranzigwerden - schützt. Vitamin E ist in Nüssen, einigen Getreidesorten, z.B. Weizenkleie, Mais, Hafer und Weizen, sowie in Gemüsen, vor allem Bohnen, Spargel und Sojabohnen, enthalten. In Pflanzen schwankt der Gehalt an Vitamin E aufgrund von Wachstum und Jahreszeit. Junge, rasch wachsende Pflanzen enthalten weniger Vitamin E als ausgewachsene dunkelgrüne Pflanzenteile. Tierische Lebensmittel enthalten generell wenig Vitamin E, auch hier mit saisonalen Schwankungen, z.B. enthält Milch im Frühjahr weniger Vitamin E als im Herbst. Bei industrieller Verarbeitung von Lebensmitteln entstehen zwischen 10 und 40 % Verluste, zum Teil erfolgt eine Revitaminisierung, um die antioxidanten Wirkungen zu erhalten. Verluste bei der Lagerung und beim Garen sind gering. Weizenkeimöl (174–176 mg/100 g)

-Sonnenblumenöl (60 mg/100 g)

-Leinsamen (57 mg/100 g)

-Walnussöl (39 mg/100 g)

-Maiskeimöl (31–34 mg/100 g)

-Distelöl (29–45 mg/100 g)

-Sesamöl (28 mg/100 g)

-Haselnüsse (27 mg/ 100 g)

-Erdnussöl (25 mg/100 g)

-Rapskernöl 25 mg/100 g)

-Mandeln (25 mg/100 g)

-Palmöl (25 mg/100 g)

-Rapsöl (20 mg/100 g)

-Sojaöl (17–25 mg/100 g)

-Olivenöl (12–40 mg/100 g)

-Schwarzwurzeln (6 mg/100 g)

-Leinöl (5,8 mg/100 g)

Die täglichen Bedarfswerte an Vitamin E

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) geht von 6 bis 8 mg (D-)alpha-Tocopherol (die beim Mensch aktivste Form von Vitamin E) als Grundbedarf aus, wobei dieser an die Aufnahme mehrfach ungesättigter Fettsäuren gebunden ist. Bei einer allgemein hohen Fettaufnahme in Deutschland werden im Durchschnitt 14 bis 19 mg dieser Fettsäuren täglich aufgenommen. Der empfohlene Tagesbedarf an Vitamin E wurde daher für Jungen männliche Jugendliche und für Männer auf Werte zwischen 13 und 15 mg Vitamin E täglich gesetzt. Mädchen, weibliche Jugendliche und Frauen benötigen zwischen 11 bis 12 mg Vitamin E. Schwangere und Stillende Frauen haben mit 13 bzw. 17 mg Vitamin E einen höheren Bedarf.

Mangel und erhöhter Bedarf

Ein länger anhaltender Mangel an Vitamin E führt zu zersetzenden Prozessen an den roten Blutkörperchen und zu Muskelschwächen. Latente Mangelerscheinungen werden u.a. mit der Entstehung von Arteriosklerose, Krebs, Infektionen, Alterserscheinungen, Diabetes, Rheuma, Katarakt (Grauer Star, Altersstar) Nervenerkrankungen und Schlaganfällen in Verbindung gesetzt. Weiter Mangelerscheinungen:trockene, faltige Haut

-Konzentrationsstörungen

-Leistungsschwäche

-Müdigkeit

-Reizbarkeit

-schlecht heilende Wunden

-Begünstigung von Arteriosklerose

Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Vitamin E

-
bei rund 10 % junger Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren ist die Bedarfsdeckung unsicher, ähnliches gilt für junge Männer von 17 bis 29 Jahren

-Raucher haben aufgrund der hohen Aufnahme an freien Radikalen einen höheren Bedarf an Vitamin E

-Schwerarbeiter haben starke Belastungen und damit verbunden meist hohen oxidativen Stress, gleiches gilt für starke psychische Belastungen

-bei Herzkrankheiten

-bei Behandlungen mit Strahlen- und Chemotherapie kann Vitamin E (zusammen mit anderen Antioxidantien) oxidativen Zellschäden vorbeugen

-bei digestiven und resorptiven Funktionsstörungen (z.B. Magen- und Darmkrankheiten, Gastrektomie, Sprue, chronische Pankreatitis, A-ß-Lipoproteinämie)

-bei Stoffwechselkrankheiten (hämolytisch oder anämisch)

-bei entzündlichen und proliferativen (gewebswuchernden) Bindegewebserkrankungen

-bei Schwächen der Immunabwehr (häufige Infektionen etc.)

Kann man Vitamin E überdosieren oder gibt es Nebenwirkungen?

Anders als die weiteren fettlöslichen Vitamine Vitamin A, Vitamin D und Vitamin K wird Vitamin E nicht im Fettgewebe des Körpers angereichert, sondern kann vor allem über Leber und Niere ausgeschieden werden. Die Einnahme von Vitamin E gilt als sicher. Auch bei hohen Dosierungen von bis zu 800 Milligramm pro Tag zeigten sich bei längerer Anwendung keine Nebenwirkungen. Erst bei überaus hohen Dosen, z.B. von 3 Gramm pro Tag, können in einzelnen Fällen Nebenwirkungen auftreten, etwa Verdauungsstörungen, Müdigkeit und Muskelschwächen, die beim Absetzen verschwinden.

Wieviel Vitamin E zur Vorbeugung?

Zur allgemeinen Vorsorge werden 10 bis 20 mg Vitamin E pro Tag empfohlen. Für Raucher und Menschen mit hohem oxidativen Stress durch physische und/oder psychische Belastungen werden bis zu 100 mg Vitamin E täglich als vorbeugende Maßnahme empfohlen. Höhere Dosierungen können vorübergehend oder längere Zeit aus medizinischen Gründen empfehlenswert sein, sie sollten nur unter therapeutischer Betreuung erfolgen. Es gibt deutliche Hinweise, daß Vitamin E vorbeugend bzw. therapeutisch unterstützend auf Diabetes (Zuckerkrankheit), Herzkrankheiten, Rheuma, die Parkinsonsche Krankheit, Katarakt (Grauer Star, Altersstar) und Krebs wirken kann. Für diese Zwecke wird die Aufnahme von 100 bis 200 mg Vitamin E täglich empfohlen.



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